Citroen-HY

Rost, der Erbfeind eines jeden Oldtimerbesitzers. Wer Schweiß und Erspartes in die Restauration eines alten Automobils gesteckt hat, möchte schließlich das Ergebnis für die Ewigkeit erhalten, wenigstens jedoch für eine halbe. Aber auch an gut erhaltenen, unrestaurierten Fahrzeugen mit „Patina“ soll der Zahn der Zeit nicht weiter nagen können.

Vor allem selbsttragende Karosserien mit ihren konstruktionsbedingen, zahlreichen Hohlräumen zeigen sich besonders anfällig für Rostfraß. Und eine qualifizierte Rostvorsorge ab Werk hatte sich bis in die 80ger Jahre hinein noch nicht etabliert. Die schlechte Stahlqualität der 70er Jahre tut ihr übriges. Viele Fahrzeuge rosteten bereits im Katalog. Ein Sprichwort, mit dem die Qualität der 70ger Jahre gerne spöttisch kommentiert wird.

Mittlerweile gibt es unzählige Produkte für den Kampf gegen den oxydativen Zerfall. Die gängigen Mittel lassen sich drei Kategorien zuordnen: Fette, Wachse und Öle. Doch welcher Hohlraumschutz ist für einen Klassiker der Beste? Auf diese und andere Fragen kann der Rostschutz-Test der Zeitschrift „Oldtimer Markt“ Antworten geben. Für diesen groß angelegten Test (2008 bis 2013) wurden 28 identische Test-Schweller mit je einem Hohlraumschutz-Produkt präpariert und über fünf Jahre den Unbilden des Wetters und diversen Spülungen mit Salzwasser ausgesetzt. Das Testdesign war darauf angelegt, ein langes Autoleben im Zeitraffer zu simulieren, nicht ohne sich auch dem Gegenwind seitens der Produkthersteller ausgesetzt zu sein. Wie zu erwarten, blies dieser den Testern umso stärker entgegen, je schlechter das Ergebnis für ein Produkt ausfiel.

Wie wurde getestet?

Bei den idealtypischen Test-Schwellern handelte um grob gesagt um punktverschweißte, längliche Blechdosen, die außen lackiert waren und innen unbehandelt blieben. Zusätzlich gab es im Inneren noch ein zusätzliches Stehblech, einen „Innenschweller“ mit kreisrunden Löchern, um einen schwer zugänglichen Bereich zu simulieren. Die Schweller wurden seitlich mit Blechkappen verschlossen und zum Testbeginn einmalig mit je einem Hohlraumschutz-Produkt konserviert. Jährlich wurden sie dann einer Salzwasserdusche und zwei Salzwasserbädern im Abstand von vier je Monaten ausgesetzt. Ansonsten verbrachten die Blechbehälter ungeschützt im Freien bei Frost, Schnee, Regen und Sonnenschein.

Bei der anschließenden Bewertung standen drei Kriterien im Fokus.

  • Die Kriechfähigkeit: Schafften es die Produkte auch in den vom Innenschweller abgetrennten Bereich zu gelangen?
  • Schutz und Haftung: Konnte sich eine flächendeckende Schutzschicht bilden und war diese auch später noch vorhanden?
  • Und das Kriterium „Blankes Blech“: Wie verhalten sich die Produkte auf blankem, rostfreien Blech?

Bereits während der ersten Jahre zeigten sich deutliche Unterscheide. Um auch die Langzeitwirkung bewerten zu können, wurde der Untersuchungszeitraum schließlich auf insgesamt fünf Jahre ausgedehnt. Im Ergebnis reichte die Spannbreite von Produkten, die Rost wirksam aufhalten konnten, bis hin zu nahezu wirkungslosen Mitteln. Grundsätzlich empfehlen sich Hohlraumschutz-Produkte auf Fettbasis, wenn Rost bereits am Auto vorhanden ist. Sie sind im Zweifel die Mittel der Wahl. Produkte auf Wachsbasis eignen sich hingegen gut für noch rostfreie Oberflächen. Nachzulesen im kostenfreien Download von Oldtimer Markt.

 

Rostschutztest Teil 1

Rostschutztest Teil 2

Rostschutztest Teil 3

 

In Sachen Rost sei an dieser Stelle noch das Korrosionsschutz-Depot als empfehlenswerter Fachhandel für Rostschutzprodukte und Fahrzeugrestaurierung erwähnt.

Print Friendly, PDF & Email

Written by Chromzeugen